England Steuern 2026/27: Steuersätze, Reformen und was Unternehmer wissen müssen
Das britische Steuersystem hat sich seit 2024 stärker verändert als in den zwei Jahrzehnten davor: höhere Arbeitgeberbeiträge, steigende Steuern auf Dividenden und Kapitalgewinne, das Ende des Non-Dom-Status und eingefrorene Freibeträge bis 2031. Dieser Überblick zu den England Steuern zeigt die geltenden Sätze für das Steuerjahr 2026/27 (6. April 2026 bis 5. April 2027), räumt mit verbreiteten Irrtümern auf und ordnet ein, für wen eine Struktur im Vereinigten Königreich heute noch sinnvoll ist.

- ✛Einkommensteuer: 0 / 20 / 40 / 45 %. Freibetrag und Steuerstufen bleiben bis April 2031 eingefroren.
- ✛Corporation Tax: 19 % bis £50'000 Gewinn, 25 % ab £250'000, dazwischen Marginal Relief.
- ✛Dividenden seit 6. April 2026: 10,75 % / 35,75 % / 39,35 %, Freibetrag £500.
- ✛Arbeitgeber zahlen seit April 2025 15 % National Insurance ab £5'000 Lohn pro Jahr.
- ✛Non-Dom ist abgeschafft. Neuzuzüger profitieren höchstens vier Jahre vom FIG-Regime, danach gilt die Welteinkommensbesteuerung.
Überblick: Die wichtigsten England Steuern 2026/27
Streng genommen gibt es keine «englischen» Steuern: Steuern werden im gesamten Vereinigten Königreich von der HMRC erhoben. Nur bei der Einkommensteuer auf Arbeits- und Geschäftseinkünfte weicht Schottland mit eigenen Stufen ab. Alle Angaben unten gelten für England, Wales und Nordirland.
| Steuer | Satz 2026/27 | Betrifft |
|---|---|---|
| Income Tax | 0 / 20 / 40 / 45 % | Natürliche Personen |
| Dividend Tax | 10,75 / 35,75 / 39,35 % | Ausschüttungen an Privatpersonen |
| National Insurance | 8 % / 2 % (Arbeitnehmer), 15 % (Arbeitgeber), 6 % / 2 % (Selbständige) | Erwerbseinkommen |
| Corporation Tax | 19–25 % | Kapitalgesellschaften |
| Capital Gains Tax | 18 % / 24 % | Veräusserungsgewinne |
| VAT | 20 % (reduziert 5 %, Nullsatz 0 %) | Umsätze ab £90'000 |
| Inheritance Tax | 40 % über £325'000 | Erbschaften und Schenkungen |
Einkommensteuer in England
Die Income Tax ist progressiv. Für 2026/27 gelten in England unverändert folgende Steuerstufen:
| Steuerbares Einkommen | Satz | Stufe |
|---|---|---|
| bis £12'570 | 0 % | Personal Allowance |
| £12'571 – £50'270 | 20 % | Basic Rate |
| £50'271 – £125'140 | 40 % | Higher Rate |
| über £125'140 | 45 % | Additional Rate |

Ab £100'000 Einkommen wird der Freibetrag um £1 pro £2 Mehreinkommen gekürzt und entfällt ab £125'140 ganz. Zwischen £100'000 und £125'140 entsteht so ein effektiver Grenzsteuersatz von 60 %.
Eingefrorene Freibeträge: Mit dem Budget vom November 2025 bleiben Freibetrag und Steuerstufen bis April 2031 unverändert. Steigen die Einkommen, rutschen damit jedes Jahr mehr Steuerpflichtige in höhere Stufen. Für 2027/28 sind zudem je +2 Prozentpunkte auf Zins- und Mieteinkünfte angekündigt.
National Insurance: Sozialabgaben richtig eingeordnet
Zusätzlich zur Einkommensteuer fallen National Insurance Contributions (NICs) an. Hier enthalten viele Übersichten veraltete Sätze – gültig sind 2026/27:
| Gruppe | Satz | Bemessung |
|---|---|---|
| Arbeitnehmer (Class 1) | 8 % / 2 % | 8 % zwischen £12'570 und £50'270, darüber 2 % |
| Arbeitgeber (Class 1 secondary) | 15 % | auf Löhne über £5'000 pro Jahr (seit April 2025) |
| Selbständige (Class 4) | 6 % / 2 % | 6 % zwischen £12'570 und £50'270, darüber 2 % |
Kleinere Arbeitgeber können die Employment Allowance von £10'500 pro Jahr mit den Arbeitgeberbeiträgen verrechnen. Die frühere Pflichtabgabe Class 2 für Selbständige wurde 2024 abgeschafft.
Corporation Tax: Unternehmenssteuern im Vereinigten Königreich
Seit April 2023 ist die Körperschaftsteuer gewinnabhängig gestaffelt:
| Steuerbarer Gewinn | Satz | Bezeichnung |
|---|---|---|
| bis £50'000 | 19 % | Small Profits Rate |
| £50'001 – £250'000 | effektiv 19–25 % | Marginal Relief |
| über £250'000 | 25 % | Main Rate |

Die Grenzen werden durch die Zahl verbundener Unternehmen geteilt. Bei zwei verbundenen Gesellschaften liegt die 19-%-Grenze also bei £25'000 je Gesellschaft. Im Marginal-Relief-Band beträgt der Grenzsteuersatz 26,5 %.
- ✛Verlustvortrag: zeitlich unbegrenzt, über £5 Mio. jährlich aber nur bis 50 % des Gewinns verrechenbar.
- ✛Patent Box: 10 % auf Gewinne aus qualifizierten Patenten.
- ✛Forschung: Seit April 2024 gilt ein einheitliches R&D-Regime mit 20 % Steuergutschrift. Verlustbringende, forschungsintensive KMU erhalten über ERIS einen erhöhten Abzug von insgesamt 186 %.
- ✛Investitionen: Die Annual Investment Allowance erlaubt die Sofortabschreibung von bis zu £1 Mio. pro Jahr.
- ✛Keine Quellensteuer auf Dividenden: Britische Gesellschaften behalten auf Ausschüttungen grundsätzlich keine Quellensteuer ein.
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Die Corporation Tax richtet sich nach der Ansässigkeit: Eine UK-Gesellschaft, die tatsächlich aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz geführt wird, kann dort als ansässig gelten. Mehr dazu im Beitrag zu ständigem Vertreter und Hinzurechnungsbesteuerung.
Dividenden und Kapitalgewinne
Für Gesellschafter einer Limited ist die Dividendensteuer zentral. Seit dem 6. April 2026 gelten höhere Sätze:
| Steuerstufe | bis 2025/26 | ab 2026/27 |
|---|---|---|
| Basic Rate | 8,75 % | 10,75 % |
| Higher Rate | 33,75 % | 35,75 % |
| Additional Rate | 39,35 % | 39,35 % |
Die ersten £500 Dividenden pro Jahr bleiben steuerfrei. Die Capital Gains Tax beträgt seit dem 30. Oktober 2024 einheitlich 18 % im Basic-Rate-Band und 24 % darüber, auch für Wohnimmobilien. Der Freibetrag liegt bei £3'000.
Die frühere Entrepreneurs' Relief heisst heute Business Asset Disposal Relief (BADR). Ihr Satz stieg von 10 % auf 14 % (April 2025) und beträgt seit dem 6. April 2026 18 % auf Veräusserungsgewinne bis £1 Mio. im Leben.
Das Ende des Non-Dom-Status
Über 200 Jahre konnten Personen mit britischem Wohnsitz, aber ausländischem «Domicile», ausländische Einkünfte nur bei Überweisung ins Vereinigte Königreich versteuern (Remittance Basis). Am 6. April 2025 wurde diese Regelung abgeschafft und durch ein rein residenzbasiertes System ersetzt.
- ✛FIG-Regime: Wer in den letzten zehn Steuerjahren nicht im UK ansässig war, kann ausländische Einkünfte und Gewinne in den ersten vier Jahren steuerfrei stellen – unabhängig davon, ob sie ins Land gebracht werden.
- ✛Danach: volle Besteuerung des Welteinkommens.
- ✛Erbschaftsteuer: Auch sie richtet sich nicht mehr nach dem Domicile, sondern nach der Ansässigkeit. Wer in mindestens 10 der letzten 20 Jahre im UK ansässig war, unterliegt mit seinem weltweiten Vermögen der Inheritance Tax.
- ✛Temporary Repatriation Facility: Frühere Remittance-Basis-Nutzer können vor April 2025 erzielte Auslandseinkünfte für 2025/26 und 2026/27 zu 12 % und für 2027/28 zu 15 % nachversteuern.
Die Ansässigkeit bestimmt der Statutory Residence Test – nicht eine einfache 183-Tage-Regel. Je nach Bindungen zum UK (Familie, Wohnung, Arbeit) kann schon ein Aufenthalt von 16 Tagen pro Jahr genügen. Wer seinen Wohnsitz verlegen möchte, sollte das deshalb sorgfältig planen. Mehr dazu unter Wohnsitz im Ausland.
Mehrwertsteuer und weitere Steuern
Die Registrierungspflicht für die VAT beginnt ab einem steuerpflichtigen Umsatz von £90'000 in zwölf Monaten. Für Gesellschaften ohne Sitz im UK gibt es keine Schwelle – sie müssen sich ab dem ersten steuerpflichtigen Umsatz im UK registrieren.
- ✛Normalsatz 20 %: für die meisten Waren und Dienstleistungen.
- ✛Reduzierter Satz 5 %: z. B. Haushaltsenergie und Kindersitze.
- ✛Nullsatz 0 %: die meisten Lebensmittel, Bücher, Kinderkleidung, öffentlicher Verkehr und Hygieneprodukte für die Menstruation.
- ✛Befreit: Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Bildung, Gesundheit.
| Steuer | Satz | Hinweis |
|---|---|---|
| Stamp Duty Land Tax | 0–12 % | Plus 5 % für Zweitwohnungen und 2 % für Nichtansässige. Erstkäufer zahlen seit April 2025 nur bis £300'000 keine SDLT. |
| Inheritance Tax | 40 % | Freibetrag £325'000, plus £175'000 für das Familienheim. Ab April 2027 zählen auch nicht genutzte Pensionsguthaben dazu. |
| Insurance Premium Tax | 12 % | Auf die meisten Versicherungsprämien |
| Digital Services Tax | 2 % | Seit 2020, nur für grosse Konzerne mit über £500 Mio. Umsatz weltweit |

Limited Company oder Einzelunternehmen? Ein ehrlicher Vergleich
Ein häufiger Mythos lautet, eine Limited spare immer Steuern. Mit den höheren Arbeitgeberbeiträgen und Dividendensätzen stimmt das 2026/27 nicht mehr. Unsere Beispielrechnung für £80'000 Gewinn bei voller Entnahme:
| Sole Trader | Limited Company | |
|---|---|---|
| Einkommensteuer / Dividendensteuer | ca. £19'430 | ca. £9'280 |
| National Insurance | ca. £2'860 | ca. £1'140 (Arbeitgeber) |
| Corporation Tax | – | ca. £13'820 |
| Gesamtbelastung | ca. £22'290 (27,9 %) | ca. £24'240 (30,3 %) |
Die Limited lohnt sich vor allem dann, wenn Gewinne im Unternehmen bleiben und reinvestiert werden, wenn Haftung begrenzt werden soll oder wenn Investoren beteiligt sind. Wer alles entnimmt, fährt mit einer transparenten Struktur oft ähnlich oder besser.
Seit April 2026 müssen Selbständige und Vermieter mit über £50'000 Einnahmen zudem Making Tax Digital nutzen. Ihre Einnahmen melden sie dann quartalsweise digital an die HMRC.
Für international tätige Unternehmer ohne UK-Wohnsitz ist häufig die steuerlich transparente UK-LLP interessant. Sie zahlt selbst keine Corporation Tax, besteuert werden die Partner in ihrem Wohnsitzstaat. Wie sie korrekt aufgebaut wird, zeigt unser Leitfaden UK-LLP Schritt für Schritt. Die häufigsten Irrtümer behandelt der Beitrag zu Fehlern und Mythen der UK-LLP.
Doppelbesteuerungsabkommen: Deutschland, Österreich, Schweiz
Das Vereinigte Königreich hat eines der grössten DBA-Netzwerke der Welt mit über 130 Abkommen, darunter mit Deutschland (Order 2010), Österreich und der Schweiz. Die Abkommen regeln, welcher Staat welche Einkünfte besteuern darf, und sehen die Anrechnung oder Freistellung vor.
- ✛Unternehmensgewinne: Besteuerung im Ansässigkeitsstaat der Gesellschaft – es sei denn, im anderen Staat besteht eine Betriebsstätte.
- ✛Dividenden: Das UK erhebt im Inland keine Quellensteuer. Die Besteuerung erfolgt beim Empfänger in dessen Wohnsitzstaat.
- ✛Zinsen und Lizenzen: In den meisten Fällen ist die Quellensteuer nach DBA auf 0 % reduziert.
- ✛Ort der Geschäftsleitung: Wird eine UK-Gesellschaft tatsächlich aus Deutschland geführt, kann Deutschland sie als ansässig behandeln.
Für Unternehmer, die neben dem UK auch in Asien expandieren, bieten spezialisierte Berater wie Kenneth & Co Unterstützung bei Gründung und Compliance von Tochtergesellschaften in Singapur.
Seit dem Brexit gelten die EU-Richtlinien (Mutter-Tochter-, Zins- und Lizenzrichtlinie) nicht mehr. Ein direkter Zugang zum EU-Binnenmarkt besteht nicht mehr, was beim Warenhandel Zoll und Einfuhrumsatzsteuer bedeutet.
England im internationalen Vergleich
| Land | Unternehmenssteuer | Bemerkung |
|---|---|---|
| Vereinigtes Königreich | 19–25 % | Starkes Rechtssystem, keine Quellensteuer auf Dividenden |
| Schweiz | ca. 12–21 % effektiv | Je nach Kanton, sehr stabil |
| Irland | 12,5 % / 15 % | 15 % für grosse Konzerne (Pillar Two) |
| Niederlande | 19 % / 25,8 % | 25,8 % auf Gewinne über €200'000 |
| Singapur | 17 % | Auslandseinkünfte unter Bedingungen befreit |
Der Steuersatz allein entscheidet selten. Mindestens ebenso wichtig sind Substanz, Bankzugang, Rechtssicherheit und die Steuerfolgen im eigenen Wohnsitzstaat. Wie sich UK-Strukturen gegenüber Hongkong und EU-Gesellschaften schlagen, zeigt unser Vergleich UK-LLP, Hongkong und EU. Zu den neuen Mindeststeuer-Regeln siehe Hongkong und Pillar Two.
Fazit: England bleibt relevant, aber anders als früher
Das Vereinigte Königreich ist kein Niedrigsteuerland und wird es unter der aktuellen Regierung auch nicht. Es bietet aber ein stabiles Rechtssystem, einen international anerkannten Firmenstandort, keine Quellensteuer auf Dividenden und mit der LLP eine flexible transparente Rechtsform. Wer in England wohnt oder dorthin zieht, zahlt heute deutlich mehr als vor 2024 – besonders auf Kapitalerträge und nach dem Ende des Non-Dom-Status.
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Firmengründung England →Häufige Fragen
Wie hoch ist die Einkommensteuer in England 2026/27?
0 % bis £12'570, 20 % bis £50'270, 40 % bis £125'140 und 45 % darüber. Die Stufen sind bis April 2031 eingefroren. Schottland hat abweichende Sätze.
Wie hoch ist die Corporation Tax in England?
19 % bis £50'000 Gewinn, 25 % ab £250'000 und dazwischen ein gleitender Übergang über den Marginal Relief.
Wie werden Dividenden in England besteuert?
Seit dem 6. April 2026 mit 10,75 % (Basic Rate), 35,75 % (Higher Rate) und 39,35 % (Additional Rate). Die ersten £500 sind steuerfrei.
Gibt es den Non-Dom-Status noch?
Nein. Seit dem 6. April 2025 gilt ein residenzbasiertes System. Neuzuzüger, die zehn Jahre nicht im UK ansässig waren, können über das FIG-Regime vier Jahre lang ausländische Einkünfte steuerfrei stellen.
Ab wann muss ich mich für die VAT registrieren?
Ab £90'000 steuerpflichtigem Umsatz in zwölf Monaten. Für ausländische Gesellschaften ohne Sitz im UK gilt keine Schwelle.
Spart eine Limited Company immer Steuern?
Nein. Bei voller Gewinnentnahme ist die Belastung 2026/27 oft ähnlich hoch oder höher als beim Einzelunternehmen. Vorteile entstehen vor allem bei thesaurierten Gewinnen.
Ist eine UK-LLP für Unternehmer ohne UK-Wohnsitz interessant?
Häufig ja, weil sie steuerlich transparent ist. Ob und wo die Gewinne steuerpflichtig sind, hängt vom Wohnsitzstaat der Partner und von der tatsächlichen Geschäftsführung ab.
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Dieser Beitrag ist eine allgemeine Analyse und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Regelungen ändern sich; massgeblich ist der Stand zum Publikationsdatum.